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Patientenaufnahme und -vorstellung

Ein wesentliches Merkmal des Düsseldorfer Curriculum Medizin bildet ein innovatives und in Deutschland einmaliges Lehr- und Lernformat: das Lernen an Behandlungsanlässen. Unsere Fakultät hat Behandlungsanlässe definiert, die sowohl im ambulanten Bereich der Primärversorgung als auch in jeder anderen Versorgungsstufe vorkommen können, und diese mit den Kliniken des UKD abgeglichen. Daraus entstanden ist die Düsseldorfer Liste der Behandlungsanlässe mit 123 Anlässen für ärztliche Konsultation. Ausgehend vom jeweiligen Behandlungsanlass bearbeiten die Studierenden in diesem Format bis zum Ende des fünften Studienjahres selbständig mindestens 65 reale Patientenfälle auf Stationen und Ambulanzen zusätzlich zum Unterricht am Krankenbett. Der Fokus liegt dabei auf der fachübergreifenden Anamnese und der körperlichen Untersuchung von unbekannten Patient:innen. Das studierenden-zentrierte Format fördert somit das eigenverantwortliche Lernen und bereitet die Studierenden auf den Berufsalltag vor.

Patientenaufnahme

Beim Lernen an Behandlungsanlässen weisen die betreuenden Ärzt:innen den Studierenden auf der jeweiligen Station oder Ambulanz zunächst einen geeigneten Patientenfall zu. Die Studierenden erheben eigenständig eine fachübergreifende Anamnese an der:dem ihnen bisher unbekannten Patientin oder Patienten und führen eine körperliche Untersuchung durch.

Im Gegensatz zum Unterricht am Krankenbett führen die Studierenden die Untersuchung in diesem Lernformat eigenständig ohne ärztliche Begleitung durch. Dabei stehen ihnen von den Fächern eigens entwickelte StudyGuides als strukturierte Unterstützung zur Verfügung.

Anhand von Lehrbüchern, wissenschaftlichen Publikationen und qualifizierten Onlineressourcen arbeiten die Studierenden im Anschluss ihren individuellen Patientenfall theoretisch auf und halten ihre Ergebnisse auf einem Dokumentationsbogen fest. Schritt für Schritt erschließen sie sich so das zugrundeliegende Krankheitsbild sowie das diagnostische, differentialdiagnostische und therapeutische Vorgehen.

Auf diese Weise bearbeiten die Studierenden zwei bis drei Patientenfälle pro Woche. Gegebenenfalls kann ein Behandlungsanlass auch mehrfach bearbeitet werden, da er bei verschiedenen Patient:innen zu unterschiedlichen Diagnosen und Therapien führen kann. Durch das Herantreten an unbekannte Patient:innen und die systematische Auseinandersetzung mit den Patientenfällen entwickeln sie klinische Expertise und interdisziplinäres Denken für ihr späteres Berufsleben. Das Lernen an Behandlungsanlässen führt somit zu einem stetigen Kompetenzzuwachs.

Patientenvorstellung auf Station/Ambulanz

Am nächsten Tag präsentieren die Studierenden ihre Ergebnisse im Rahmen einer kurzen Patientenvorstellung den betreuenden Ärzt:innen. Diese evaluieren ihre Patientenvorstellung anhand eines Feedbackbogens nach vorgegebenen Kriterien. Da die Präsentation auch als Vorbereitung auf die Patientenübergabe im späteren Berufsalltag im klinischen Setting stattfindet, ist hierfür ein Zeitfenster von ca. 5 Minuten vorgesehen. Im dritten Studienjahr geht es dabei vor allem um die Vertiefung von Anamnese und körperlicher Untersuchung, den Transfer von theoretischen Grundlagen zu Krankheitsbildern und die Reflexion des eigenen Erlebens. Im vierten Studienjahr rückt das differentialdiagnostische Denken und Handeln sowie die Therapieabwägung weiter in den Vordergrund. Abschließend erhalten die Studierenden den ausgefüllten Feedbackbogen und zusätzlich ein konstruktives, persönliches Feedback, denn nur so können letztlich ihre Weiterentwicklung und der individuelle Kompetenzzuwachs sichergestellt werden. Ausgewählte von den Studierenden bearbeitete Patientenfälle werden im Rahmen der Fallkonferenzen diskutiert und reflektiert.

Einführungsvideo für Studierende

Einführungsvideo für Lehrende

Regularien

Im 3. und 4. Studienjahr sind in der Regel 40 (unbenotete) Patientenaufnahmen und -vorstellungen auf der Station/in der Ambulanz im Rahmen des Lernens an Behandlungsanlässen (LaB) selbstständig zu bearbeiten und einer Lehrperson vorzustellen. Patientenaufnahmen und -vorstellungen, die darüber hinaus im 3. und/oder 4. Studienjahr erfolgreich bearbeitet werden, können ins 5. Studienjahr übernommen und für den Nachweis Ärztliche Kompetenzen 2 angerechnet werden.

Im 5. Studienjahr sind die restlichen der mindestens geforderten 65 (unbenotete) Patientenaufnahmen und -vorstellungen auf der Station/in der Ambulanz mittels des Lernens an Behandlungsanlässen (LaB) selbstständig zu bearbeiten (in der Regel 25 Patientenaufnahmen und -vorstellungen) und einer Lehrperson vorzustellen. Die Patientenaufnahmen und -vorstellungen, die im Rahmen des Praxisunterrichts in den Fächern Frauenheilkunde und Kinderheilkunde im integrierten Studien- und Praxisblocks „Lebensphasen“ bearbeitet werden, zählen zu den geforderten 25 Fällen.

Die Patientenaufnahmen und -vorstellungen müssen erfolgreich abgeschlossen werden. Die Bewertung der Lehrperson wird auf dem Feedbackbogen dokumentiert.

Regelung für das Wintersemester 2020/21

Für die aktive und erfolgreiche Teilnahme an einer digitalen Praxisblockwoche werden im Wintersemester 2020/21 zwei (unbenotete) Patientenaufnahmen und -vorstellungen auf der Station/in der Ambulanz angerechnet. Als aktive Teilnahme wird dabei die regelmäßige Anwesenheit bei den vier interaktiven Veranstaltungen pro Woche via MS Teams und die Bearbeitung der Aufgaben, die mit den vier Formaten verbunden sind, gewertet. Die erfolgreiche Teilnahme liegt vor, wenn der evidenzbasierte und der laienverständliche Patientenbericht am Ende der digitalen Praxisblockwoche mit mindestens „ausreichend“ bewertet werden.

Für die aktive und erfolgreiche Teilnahme an den Praxisblockwochen im integrierten Studien- und Praxisblock „Lebensphasen“ (Geriatrie, Frauenheilkunde und Geburtshilfe, Kinderheilkunde) werden pro Woche ebenfalls zwei (unbenotete) Patientenaufnahmen und -vorstellungen auf der Station/in der Ambulanz angerechnet.

Verantwortlichkeit: